Praxis Sihlmatte


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Wussten Sie?



Fragen und Antworten über Knochen, Muskeln, Gelenke und Nerven



Knochen


Wie viele Knochen hat ein Mensch?

Ein Erwachsener hat etwa 206 Knochen. Die Zahl kann ein wenig schwanken, weil manche Menschen ein zusätzliches Rippenpaar oder mehr Knochen in Händen und Füßen besitzen.

Wozu sind die Knochen da?

Die Knochen stützen die weichen Körperteile. Ohne sie wäre der Mensch ein formloser Haufen. Außerdem schützen sie wichtige Organe vor Schäden. Der Schädel umschließt zum Beispiel Augen und Gehirn, der Brustkorb schützt Lunge und Herz. Das Skelett dient darüber hinaus als Ansatzstelle für die Muskeln, die für Bewegung sorgen, und schließlich stellen einige Knochen die lebenswichtigen Blutzellen her.

Welches ist der kleinste Knochen?

Im Mittelohr befindet sich ein winziger Knochen, der Steigbügel. Er ist nur drei Millimeter lang und wiegt etwa drei Milligramm.

Welches ist der größte Knochen?

Am größten ist der Oberschenkelknochen. Durch seinen besonderen Aufbau ist er gleichzeitig auch der kräftigste Knochen. Bei einem erwachsenen Mann von 1,80 m Größe ist er etwa 50 cm lang.

Wie viele verschiedene Arten von Knochen gibt es?

Wenn man die Knochen nach der Form einteilt, gibt es vier Typen. Lange Knochen finden sich in Armen, Händen, Beinen und Füßen. Hand- und Fußgelenke bestehen aus kurzen Knochen. Rippen, Brustbein und Schädelknochen sind flach, und die Wirbel im Rückgrat sowie die Gesichtsknochen sind unregelmäßig geformt.

Wie viel wiegen die Knochen?

Knochen sind erstaunlich leicht und dennoch sehr stabil. Ein lebender Knochen besteht etwa zu gleichen Teilen aus Wasser und Feststoffen. Das Skelett macht etwa 12 Prozent des Körpergewichts aus: Die Knochen eines Menschen, der 50 Kilogramm wiegt, wiegen also nur ungefähr sechs Kilogramm.

Können Knochen schwächer werden?

Ja. Wenn Knochen viel bewegt werden, wachsen sie und verstärken sich. Ohne Belastung werden sie hingegen leichter. Messungen ergaben, dass die Apollo-Astronauten in der Schwerelosigkeit des Weltraums vier Gramm Knochen pro Monat verloren.

Sind Knochen lebendig oder tot?

Knochen leben. Sie bestehen aus vielen tausend Knochenzellen, die wie alle lebenden Zellen von Blutgefäßen mit Nahrung und Sauerstoff versorgt werden und ihre Abfallstoffe ins Blut abgeben. Sie produzieren allerdings leblose Salze, die dem Knochen Festigkeit geben.

Was befindet sich in einem Knochen?

Die äußere Schicht eines Knochens ist hart und sehr kräftig. Im Inneren gibt es viele Hohlräume. Hier ist der Knochen ebenfalls kräftig, aber er ist leichter; so dass das Skelett als Ganzes nicht zu schwer wird und sich einfacher bewegen kann. Große Knochen haben im Inneren einen Hohlraum, der mit Knochenmark gefüllt ist.

Was ist Knochenmark?

Knochenmark ist ein geleeähnliches, fetthaltiges Gewebe im Inneren der großen Knochen. Es stellt jeden Tag bis zu fünf Milliarden rote Blutzellen hei; und auch bestimmte weiße Blutzellen entstehen hier. Außerdem dient es als Fettspeicher.

Gibt es Blutgefäße in den Knochen?

Ja. In der äußeren, festen Knochenschicht bilden die Zellen winzige Röhren, die so genannten Havers-Kanäle; in jedem einzelnen dieser Kanäle liegt ein Blutgefäß.

Haben Knochen eine Haut?

Ja. Jeder Knochen ist von einer dünnen Hülle überzogen, der Knochenhaut. Sie enthält besondere Zellen, die Osteoblasten, aus denen neue Knochenzellen hervorgehen. So trägt die Knochenhaut zum Wachstum und zur Regeneration der Knochen bei.

Wie kräftig sind Knochen?

Im Verhältnis zum Gewicht sind Knochen so kräftig wie Stahl, und sie halten viermal so viel aus wie die gleiche Menge Stahlbeton.

Aus wie vielen Knochen besteht der Schädel?

Den Schädel könnte man für einen einzigen Knochen halten, aber er besteht in Wirklichkeit aus 29 Teilen, einschließlich der Gesichtsknochen und der drei kleinen Knochen in den Ohren. Die meisten Schädelknochen sind durch unbewegliche Gelenke verbunden, die man Schädelnähte nennt. Beweglich sind allerdings nur der Unterkiefer und die Mittelohrknochen.

Warum sind Knochen so kräftig?

Der harte Teil der Knochen besteht vorwiegend aus Calciumphosphat, einem Mineralstoff, und eingelagerten Fasern aus dem Protein Kollagen. Calciumphosphat macht den Knochen hart, Kollagen gibt ihm Elastizität. Das lässt sich durch ein Experiment nachprüfen, nämlich indem man einen Hühnerknochen kocht. Das Kollagen wird herausgelöst, und der Knochen wird spröde. Legt man ihn dagegen in Essig, verschwindet das Calcium, und der Knochen wird biegsam wie Gummi.

Auf welche Weise heilt ein gebrochener Knochen?

Wenn ein Knochen gebrochen ist, vermehren sich die Knochenzellen an der Bruchstelle, bis die Lücke geschlossen ist. Wenn man die gebrochenen Enden zusammenfügt und den Bruch in einem Gipsverband ruhig stellt, wächst der Knochen wieder zusammen. Bei Kindern und jungen Erwachsenen dauert das nach einem Arm- oder Beinbruch höchsten zwölf Wochen. Komplizierte Brüche können länger dauern.

Was ist die Kniescheibe?

Die Kniescheibe ist eine Knochenkappe, die vorn vor dem Kniegelenk liegt. Sie wird von Sehnen festgehalten, die sich in den Ober und Unterschenkel erstrecken. Der wissenschaftliche Name der Kniescheibe ist Patella. Das bedeutet eigentlich ,,flache Schale".

Welche Knochen brechen am häufigsten?

Die häufigsten Knochenbrüche betreffen die Unterarmknochen, besonders in der Nähe des Handgelenks.

Was versteht man unter einem einfachen Bruch?

Bei einem einfachen Bruch ist der Knochen glatt durchgetrennt. Bei einem komplizierten Bruch ist der Knochen mehrfach gebrochen oder es sind gleichzeitig Haut und Blutgefäße verletzt.

Wo liegen die Wirbel?

Die Wirbel sind die Knochen, aus denen das Rückgrat besteht. Es sind insgesamt 33, die gemeinsam eine biegsame Säule bilden, die sich vom Hals bis zum unteren Ende des Rückens erstreckt. Die untersten neun Wirbel sind miteinander verwachsen. Die beiden obersten, Atlas und Dreher genannt, haben eine besondere Form, die es uns ermöglicht, den Kopf zu drehen und zu nicken.

Wozu sind die Rippen da?

Die Rippen bilden den Brustkorb, der Herz und Lunge schützt. Man kann die Rippen spüren: Sie verlaufen von dem Knochen in der Brustmitte seitlich bis zum Rückgrat. Die Rippen bewegen sich beim Atmen auf und ab. So kann die Lunge sich ausdehnen und wieder zusammenziehen.

Wie wachsen Knochen?

Bei einem ungeborenen Kind bestehen die Knochen aus Knorpel. Bis zur Geburt ist er zum größten Teil zu Knochen geworden. An den Enden der Knochen befinden sich aber noch die Wachstumszonen, in denen neue Knochenzellen entstehen. Sie verschwinden erst, wenn das Skelett ausgewachsen ist. Aber auch dann können Knochen ihre Form noch ein wenig verändern und z.B. nach einem Bruch wieder zusammenwachsen.

Haben Menschen einen Ziehknochen?

Eigentlich nicht. Der Ziehknochen der Vögel entsteht aus den miteinander verwachsenen Schlüsselbeinen. Zieht man an beiden Seiten daran, bricht der Knochen auf einer Seite. Beim Menschen sind die Schlüsselbeine nicht verbunden, deshalb haben wir keinen solchen Knochen.

Was ist der Engelsknochen?

Der Engels oder Musikknochen ist der lange Knochen an der Außenseite des Oberarms. Der Name kommt dabei; dass ein Stoß an diesem Knochen besonders schmerzhaft ist: Man ,,hört die Engel im Himmel singen", wenn man einen Schlag auf den Ellenbogen bekommt oder sich heftig stößt.

Wozu dienen die Finger- und Zehenknochen?

Finger und Zehen bestehen jeweils aus mehreren Knochen und sind deshalb sehr beweglich. Die Fingerknochen ermöglichen uns zum Beispiel das Schreiben.

Warum werden alte Menschen kleiner?

Mit zunehmendem Alter werden die Knorpelpolster zwischen den Wirbeln dünner; so dass die Körpergröße abnimmt. Außerdem werden die Muskeln schwächer: Die Körperhaltung ändert sich, so dass man ebenfalls kleiner aussieht.

Werden die Knochen im Alter spröde?

Am kräftigsten sind die Knochen wahrscheinlich im Alter zwischen 25 und 30. Im Alter nimmt ihre Elastizität ab und die Gefahr von Knochenbrüchen wächst.

Was ist Osteoporose?

Viele ältere Menschen, vor allem Frauen, leiden an Osteoporose, einer Krankheit, bei der die Knochen Calcium verlieren und brüchig werden. In schweren Fällen kann man diesen Vorgang mit Medikamenten hinauszögern.


Muskeln


Wie sorgen Muskeln für Bewegung?

Die Muskeln erzeugen die Kraft, mit der die Knochen an einem Gelenk in eine neue Haltung gebracht werden. Ohne Muskeln ist Bewegung nicht möglich.

Wie beugt sich der Ellenbogen?

Zwischen dem Schulterblatt und einem Unterarmknochen spannt sich der Bizeps. Auch ein weiterer Muskel, der Trizeps, ist an Schulterblatt und Unterarm befestigt. Wenn sich der Bizeps zusammenzieht, entspannt sich der Trizeps, und der Ellenbogen beugt sich. Zur Streckung des Arms verkürzt sich der Trizeps, und der Bizeps wird länger.

Warum arbeiten die meisten Muskeln paarweise?

Muskeln können nur ziehen, aber nicht schieben. Wenn ein Muskel sich entspannt, muss entweder ein anderer Muskel oder die Schwerkraft ihn in die Länge ziehen. Deshalb sind die meisten Muskeln paarweise angeordnet. Zwei solche Muskeln nennt man auch Gegenspieler.

Wie sind die Muskeln an den Knochen befestigt?

Die Muskeln sind über Sehnen an die Knochen geheftet. Sehnen sind Stränge aus dem zugfesten Protein Kollagen. Wenn man die Faust ballt, sieht man die Sehnen im Handgelenk.

Wo liegen die Muskeln?

Muskeln befinden sich überall im Körper; nicht nur an den Knochen. Auch Herz, Magen und andere Organe enthalten Muskeln.

Was ist der Muskeltonus?

Meist sind Muskeln weder völlig locker noch völlig gespannt:
Sie sind teilweise zusammengezogen und halten den Körper in seiner Position. Diese Spannung nennt man auch Muskeltonus. Die Fasern in den Muskeln ziehen sich dabei abwechselnd zusammen, so dass sie nicht ermüden.

Wie schwer sind die Muskeln?

Die Muskeln machen 40 Prozent des Körpergewichts aus. Damit wiegen sie viel mehr als die Knochen.

Wie viele Muskeln hat ein Mensch?

Ein Mensch hat mehr als 650 Muskeln, davon allein über 50 im Gesicht. Zum Lächeln braucht man 17 Muskeln, zum Stirnrunzeln über 40.

Welches ist der größte Muskel?

Am größten sind die äußeren großen Gesäßmuskeln, die zusammen mit den Fettpolstern das Gesäß bilden. Bei Frauen kann ein Muskel besonders stark anwachsen: Die Gebärmutter; in der das Baby heranwächst, vergrößert sich während der Schwangerschaft von 30 Gramm auf über ein Kilogramm, also um mehr als das Dreissigfache ihres ursprünglichen Gewichtes.

Welches ist der stärkste Muskel?

Am stärksten im Verhältnis zu ihrer Größe sind erstaunlicherweise die Kaumuskeln auf den beiden Seiten des Mundes. Zusammen können sie eine Beisskraft von etwa 70 Kilogramm erzeugen.

Welches ist der längste Muskel?

Am längsten ist der Schneidermuskel: Er erstreckt sich vom Becken über die Vorderseite der Hüfte bis zum Schienbein unterhalb des Knies. Man benutzt ihn, wenn man im Schneidersitz sitzt.

Welches ist der kleinste Muskel?

Am kleinsten ist der Steigbügelmuskel, der im Mittelohr die Schwingungen des Steigbügels dämpft und so Gehörschäden im Mittel- und Innenohr verhindert. Der Steigbügelmuskel ist nur 0,27 Millimeter lang.

Welcher Muskel hat den längsten Namen?

Den längsten Namen hat der Musculus levator labii superioris alaeque nasi. Er verläuft im Gesicht zu Nasenlöchern und Oberlippe. Zieht man ihn zusammen, hebt sich die Oberlippe.

Welches sind die aktivsten Muskeln?

Nach Schätzungen bewegen sich die Augenmuskeln über 100 000mal am Tag. Viele dieser Bewegungen spielen sich beim Träumen ab.

Wie viele Muskeln liegen in den Händen?

In Unterarm und Hand liegen etwa 30 Muskeln. Sie steuern die komplizierten Bewegungen der Finger.

Welche Muskeln ruhen sich nie aus?

Der Herzmuskel zieht sich etwa 70mal in der Minute zusammen. Auch die glatten Muskeln im Darm bewegen sich ständig.

Woraus bestehen Muskeln?

Muskeln sind aus Tausenden von Zellen aufgebaut, den Muskelnfasern. Sie verkürzen sich, wenn sich der Muskel zusammenzieht. Die Zellen bilden Bündel, die jeweils von einer Schicht aus Bindegewebe umhüllt sind.

Verkürzen sich alle Fasern gleichzeitig?

Nein, nur ein Teil der Fasern zieht sich zusammen, je nach der erforderlichen Zugkraft. Das ist besonders für komplizierte Bewegungen wichtig.

Wie verkürzen sich die Fasern?

In den Muskelzellen liegen winzige Proteinfäden, die sich ineinander schieben können und den Muskel verkürzen.

Welche Muskeltypen gibt es?

Es gibt drei Haupttypen: glatte Muskeln, den Herzmuskel und die Skelettmuskeln.

Was sind willkürliche Muskeln?

Willkürlich nennt man die Skelettmuskeln, die man mit dem Willen beeinflussen und steuern kann. Muskeln, die lebenswichtige Funktionen unterstützen, bewegen sich unwillkürlich. Die glatten Muskeln, die im Darm die Nahrung weitertransportieren, und der Herzmuskel, der für den Herzschlag sorgt, arbeiten zum Beispiel unwillkürlich. Sie unterliegen keiner bewussten Steuerung durch den Willen.

Welche Form und Größe haben Muskeln?

Das ist sehr unterschiedlich. In Armen und Beinen sind die meisten Muskeln lang und dünn. Das Zwerchfell dagegen, das man zum Atmen braucht, ist eine flache Muskelschicht. Drei weitere flache Muskellagen befinden sich im Bauchraum.

Warum werden Muskeln bei starker Beanspruchung müde?

Bei großer Anstrengung produzieren die Muskeln einen Teil ihrer Energie, ohne dabei Sauerstoff zu verbrauchen. Bei diesem Vorgang, anaerobe Verbrennung genannt, entsteht Milchsäure, ein Abfallstoff, der sich im Muskel ansammelt und seine Arbeit hemmt.

Wie entsteht ein Krampf (Muskelkater)?

Wenn sich zu viel Milchsäure angesammelt hat, zieht der Muskel sich stark und schmerzhaft zusammen. Ein solcher Krampf kann entstehen, wenn man einen untrainierten Muskel stark beansprucht oder wenn man lange in einer unbequemen Haltung gesessen hat. In solchen Fällen hilft sanfte Massage und vorsichtiges Dehnen des verkrampften Muskels.

Wann ist man "körperlich fit"?

Bei einem Menschen, der körperlich fit ist, arbeiten Muskeln, Herz, Lunge und alle anderen Körperteile gut zusammen. Körperliche Fitness umfasst drei Dinge: Kraft (die Muskeln arbeiten leicht), Gelenkigkeit (man kann sich gut beugen und dehnen) und Kondition (man kann sich lange anstrengen, ohne zu ermüden). Fitness steigert das körperliche Wohlbefinden.

Warum soll man sich vor Anstrengungen aufwärmen?

Durch das Aufwärmen bereiten sich die Muskeln auf eine Anstrengung vor: Blut mit Nährstoffen und Sauerstoff fließt hinein, Abfallstoffe (z.B. Kohlendioxid) werden entfernt. Außerdem werden die Muskeln wirklich wärmer, so dass sie bei der Anstrengung leichter arbeiten und nicht so schnell überdehnt oder verstaucht werden.

Wie entsteht eine Muskelzerrung?

Eine Muskelzerrung entsteht, wenn ein Muskel übermäßig gedehnt wird, so dass die Muskelfasern teilweise reißen. Eine Zerrung ist sehr schmerzhaft.

Wozu ist regelmäßige sportliche Betätigung gut?

Regelmäßiges Training, das den Körper nicht überfordert, tut gut. Man fühlt sich wohl, bleibt gesund und kann das Leben genießen. Muskeln und Muskeltonus werden stärker, Körperform und Haltung verbessern sich. Außerdem kräftigt Training das Herz und verbessert die Durchblutung. Es kann auch zum Stressabbau beitragen, verstärkt darüber hinaus das allgemeine Wohlbefinden und sorgt für besseren Schlaf.

Wie kann man seine Muskeln kräftigen?

Durch gymnastische Übungen, die die Muskeln beugen, dehnen, anspannen und entspannen. Übungen, wie z.B. Klimmzüge oder Liegestütze, sind gut für Kraft und Gelenkigkeit.

Wie entsteht Seitenstechen?

Seitenstechen ist ein plötzlicher Schmerz seitlich im Bauch. Er tritt manchmal bei ungewohnter Anstrengung auf meist beim Laufen. Es entsteht, wenn viel Blut in die belasteten Muskeln strömt. Die Bauchmuskeln bekommen dann zu wenig Blut und ziehen sich schmerzhaft zusammen.


Gelenke


Was ist ein Gelenk?

An einem Gelenk treffen zwei oder mehrere Knochen zusammen. Die Verbindung kann unbeweglich sein (z.B. am Schädel) oder aber beweglich (wie am Knie). Da Knochen sich nicht biegen können, machen erst die Gelenke unsere Körperbewegungen möglich.

Wie sind die Knochen am Gelenk befestigt?

Die Knochen sind an den Gelenken durch kräftige Gewebestränge verbunden, die Bänder. Sie bestehen aus Faserbündeln und machen Skelettabschnitte zu einheitlichen Funktionsgruppen.

Was ist Knorpel?

Knorpel ist eine glatte, bläulichweisse Substanz. Sie findet sich an den Enden der Knochen und sorgt dafür; dass die Gelenke sich reibungslos bewegen können.

Wie werden die Gelenke geschmiert?

An den Gelenken, die am stärksten beansprucht werden, befindet sich die Gelenkflüssigkeit zwischen den Knochen. Sie dient als Schmierstoff und vermindert die Reibung, so dass eine glatte Bewegung möglich wird.

Ist der Knorpel in der Lage, Stöße abzufangen?

Knorpel ist ein biegsames Stützgewebe. Wegen seiner hohen Elastizität dient es als Stoßdämpfer zwischen den harten Knochen. Die Knorpelscheiben zwischen den Wirbeln im Rückgrat, die so genannten Bandscheiben, wirken wie Kissen, die Stöße abfedern und die empfindliche Wirbelsäule vor Schäden schützen.

Wie viele Gelenke besitzt der Mensch?

Insgesamt hat der Mensch über 100 Gelenke. Es gibt für Haupttypen. Schulter und Hüfte sind Kugelgelenke, die viele Bewegungen in alle Richtungen ermöglichen. Scharniergelenke wie Knie und Ellenbogen und Sattelgelenke wie die Daumen sind nur in einer Richtung beweglich. Die Drehgelenke zwischen den Wirbeln erlauben kleine Kipp- und Drehbewegungen. Es gibt allerdings auch unbewegliche Gelenke. Diese verbinden z.B. die Knochen im Schädel und im Becken.

Wie kommt es, dass manche Menschen so gelenkig sind?

Die Zahl der Gelenke ist bei allen Menschen gleich. Wenn jemand seine Gliedmaßen stärker als andere oder in ungewöhnliche Richtungen biegen kann, dann liegt das daran, dass der Betreffende besonders dehnbare Bänder hat.

Warum knacken die Gelenke?

Bei plötzlichen Bewegungen knacken die Gelenke manchmal. Warum das so ist, weiß eigentlich niemand, man vermutet dabei; dass sich in dem Gelenk winzige Luftblasen bilden. Wenn man ständig aus Gewohnheit mit den Gelenken knackt, können die Knorpeloberflächen Schaden nehmen. Manchmal entsteht ein knackendes Geräusch auch, wenn Sehnen und Bänder bei einer Bewegung über die Knochen rutschen.

Was ist eine Verrenkung?

Wenn ein Knochen im Gelenk aus seiner normalen Lage rutscht und dabei die Bänder gedehnt oder verdreht werden, ist das Gelenk verrenkt. Man muss den verrenkten Knochen wieder in die richtige Position bringen und das Gelenk ruhig stellen, damit die Bänder heilen können. Am häufigsten verrenkt man sich sehr bewegliche Gelenke wie die Schulter.

Was ist eine Verstauchung?

Eine Verstauchung entsteht, wenn die Bänder durch eine starke Dehnung überbelastet werden. Am häufigsten geschieht das am Hand- oder Fußgelenk, da diese Bänder besonders stark beansprucht werden.

Was ist das Besondere am Daumengelenk?

Viele Tiere haben fünf Finger an den Pfoten, aber nur Affen und Menschen haben einen Daumen, den sie abspreizen können. Der Daumen kann viel mehr Bewegungen ausführen als die anderen Finger; und das liegt am Daumengelenk. Es ermöglicht dem Daumen, die Spitzen aller anderen Finger zu berühren, so dass wir mit den Händen Gegenstände sehr sanft greifen und viele komplizierte Tätigkeiten ganz präzise ausführen können.

Was ist ein Schiebegelenk?

Das Kiefergelenk erlaubt eine Vorwärts- und Rückwärtsbewegung. Es ist ein Schiebegelenk.

Was ist eine "herausgerutschte Bandscheibe"?

Die Bandscheiben sind Knorpelscheiben, die als Polster zwischen den Wirbeln liegen. Bei einer Überbelastung des Rückens kann eine Bandscheibe reißen, und dann drückt sie auf das Rückenmark oder einen anderen Nerven. Dies verursacht quälende Schmerzen. In manchen Fällen ist eine Operation nötig.

Warum hat das Knie zusätzliche Knorpelscheiben?

Das Knie muss starke Belastungen aushalten und verfügt deshalb über zwei Verstärkungsscheiben aus Knorpel, die Menisken. Wenn ein Meniskus reißt, können Knorpelstücke zwischen die Knochen geraten. Sie müssen dann meist operativ entfernt werden.

Was ist Arthritis?

Arthritis ist eine Gelenkerkrankung. Bei der rheumatoiden Arthritis wird der Teil, der die Gelenkflüssigkeit herstellt, vom Abwehrsystem des Körpers angegriffen. Ohne die Flüssigkeit nutzt sich das Gelenk stärker ab, und manchmal kleben die Knochen infolgedessen zusammen. Eine andere Form, die Osteoarthritis, tritt vor allem bei Leistungssportlern auf. Durch die starke Belastung nutzen sich die Knochenenden so stark ab, dass Bewegungen sehr schmerzhaft werden.

Nerven


Woraus besteht das Nervensystem?

Das Nervensystem besteht aus vielen Milliarden Nervenzellen die elektrische Signale durch den Körper tragen. Es hat zwei Hauptteile: Das Zentralnervensystem (ZNS), dazu gehören Gehirn und Rückenmark, und das periphere Nervensystem (PNS), das alle Nerven, die vom Zentralnervensystem ausgehen, umfasst.

Wo liegt das Rückenmark?

Das Rückenmark erstreckt sich von der Unterseite des Gehirns bis in den unteren Rücken. Es ist ein Strang aus Nervengewebe und wirkt wie eine Schaltstation, die das Gehirn mit den anderen Nerven im Körper verbindet, vom Hals bis zu den Zehen. Das Rückenmark wiegt nur etwa 25 Gramm. Damit es nicht beschädigt wird, liegt es im Inneren der Wirbel, die übereinander geschichtet sind und das Rückgrat bilden. Rückenmarksverletzungen führen je nach Schwere zu einzelnen Nervenausfällen mit der Folge von Sensibilitätsstörungen oder Lähmungen

Wie viele Nerven hat ein Mensch?

Vom Gehirn zu den Muskeln und Sinnesorganen im Kopf verlaufen 24 große so genannte Hirnnerven. Sie versorgen unter anderem Augen, Nase und Ohren. Weitere 62 Nerven, Spinalnerven genannt, gehen paarweise vom Rückenmark aus und erstrecken sich in weiten Verästelungen in die übrigen Körperteile.

Wie sehen Nervenzellen aus?

Jede Nervenzelle, auch Neuron genannt, hat einen runden Zellkörper mit dem Zellkern. Von ihm geht das Axon aus, ein langer Fortsatz, der sich am Ende verzweigt und Nachrichten an die nächste Zelle weitergibt. Außerdem hat jede Nervenzelle kürzere Äste, die Dendriten, die Impulse von anderen Nervenzellen aufnehmen.

Sind alle Nervenzellen gleich?

Nein, es gibt drei Haupttypen: motorische, sensorische und verbindende Nervenzellen. Sie unterscheiden sich in Form, Lage und Funktion.

Was tun motorische Nervenzellen?

Motorische Nervenzellen leiten Signale von Gehirn und Rückenmark (dem Zentralnervensystem) zu den Muskeln und Drüsen im Körper.

Wie wandert eine Nachricht den Nerv entlang?

Eine Nervenzelle nimmt mit einem Dendriten den Impuls auf. Er wandert als schwacher elektrischer Strom durch die Zelle und wird am Ende des Axons an die nächste Zelle weitergegeben.

Wie wird eine Nachricht weitergegeben?

Die Nervenzellen berühren einander nicht ganz. Zwischen ihnen liegt ein kleiner Zwischenraum, die Synapse. Diesen Spalt überspringt ein Nervenimpuls nicht als elektrischer Impuls, sondern als chemisches Signal. An den Enden des Axons liegen kleine Verdickungen, und wenn dort ein Impuls ankommt, wird eine Substanz freigesetzt, der Neurotransmitter; der in den Spalt fließt. Er regt die nächste Zelle an, wiederum einen elektrischen Impuls zu erzeugen, so dass die Nachricht weitergeleitet wird. Auf diesem Weg gelangen die Informationen ins Gehirn.

Wie schnell wandert ein Impuls durch den Nerv?

Ein Nervenimpuls kann mit 360 km/h an der Nervenfaser entlang wandern, das sind 100 Meter pro Sekunde. Wenn er Synapsen überspringen muss, wird er jedoch langsamer.

Was tun sensorische Nervenzellen?

Sensorische Nervenzellen verbinden die Sinnesorgane mit dem Zentralnervensystem. Sie liefern dem Gehirn die Informationen, die zum Beispiel mit Augen und Ohren wahrgenommen werden.

Wo liegen verbindende Nervenzellen?

Verbindende Nervenzellen, auch Interneuronen genannt, finden sich in Gehirn und Rückenmark. Sie verknüpfen motorische und sensorische Zellen und ermöglichen Entscheidungen.

Was ist ein Reflex?

Ein Reflex ist eine Reaktion, die ohne Nachdenken abläuft. Wenn man z.B. mit der Hand etwas Heißes berührt, zieht man sie automatisch zurück, ohne erst lange zu überlegen. Die meisten Reflexe werden vom Rückenmark gesteuert, das Gehirn ist dabei kaum beteiligt.

Wie entsteht ein Reflex?

Ein Reflex wird von einem einfachen Nerven-Steuerkreis ausgelöst, dem so genannten Reflexbogen. Er besteht meist aus fünf Teilen: Ein Sinnesrezeptor; z.B. ein Nervenende im Finger; nimmt zum Beispiel die Hitze wahr; die von einer heißen Herdplatte ausgeht. Dieser Reiz wandert über einen sensorischen Nerven zum Rückenmark, und dort leitet ihn eine verbindende Nervenzelle zu einer motorischen Zelle weiter. Diese sendet daraufhin ein Signal an die Muskeln, die Hand von der Herdplatte zurückzuziehen. Dieser Reiz-Reaktionsmechanismus erfolgt ohne Steuerung des Gehirns. Es ist eine automatische Reaktion, die hier abläuft.

Warum sind Reflexe nützlich?

Reflexe sind nützlich, weil sie vor Gefahren schützen. Reflexreaktionen laufen automatisch ab und vollziehen sich viel schneller als Tätigkeiten, die vom Gehirn gesteuert werden. Gute Reflexe haben, bedeutet, dass das Bewusstsein sich nicht ständig auf alle möglichen Gefahren konzentrieren muss. Müsste sich das Gehirn jede mögliche Gefahrensituation bewusst machen, würde viel von notwendiger Reaktionsgeschwindigkeit verloren gehen.

Sind die Nerven isoliert?

Ja. Die meisten Nervenfasern sind von Myelin umhüllt einer fettähnlichen Substanz, die dafür sorgt, dass die elektrischen Impulse nicht entweichen.




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